Richtige Winterpflege für dein Fahrrad

Jetzt, wo wir uns an die kalte Jahreszeit gewöhnen müssen, sollten wir auch an die richtige Pflege unseres Fahrrades und der Fahrradteile denken.
Der Grundputz

Fangt mit der richtigen Grundreinigung an. Vermeiden solltet ihr den Dampfstrahler. An den falschen Stellen kann er viel zerstören und produziert unnötige Kosten. Also mit einem Eimer Wasser und einem Schwamm das gute Stück mal wieder zum Glänzen bringen.

Fetten und ölen

Wenn alles schön sauber ist, verpasst ihr allen Lagern einen neuen Schmierfilm. Die Kette könnt ihr zuerst mit Öl versorgen. Kettenöl, Silikonöl oder auch Graphitöl eignen sich dafür sehr gut. Ist die Kette schön geölt, fette ich sie gerne noch nach. Dazu könnt ihr das Fett in die Hand oder in ein Tuch geben, und die Kette einige Male durchziehen, bis sie gleichmäßig eingefettet ist.

Sattel

In manchen Internetforen wird empfohlen, den Fahrradsattel mit transparenter Schuhcreme zu pflegen. Wenn der Sattel aus Leder ist, kann man das natürlich tun. Was für Schuhe gut ist, kann für den Sattel nicht schlecht sein.

Der Rahmen

Sind Kratzer oder Beschädigungen am Rahmen, solltet ihr speziell vor der Wintersaison diese Stellen ausbessern, da sonst die aggressiven Salze am Material wüten. Ausbessern könnt ihr Kratzer zum Beispiel mit einem farblich geeigneten Lack. Anschließend empfiehlt es sich, die Ausbesserung noch zu konservieren. Das kann gut mit einem Parkettgrundschutzmittel gemacht werden. Das beseitigt auch gleich kleinere Kratzer.

Die Reifen

Wenn ihr das ganze Jahr lang schon mit den gleichen Reifen unterwegs seid, solltest ihr daran denken die Reifendecke auszutauschen. Ältere Decken können den Grip im Winter beeinträchtigen. Bei häufiger Nutzung im Winter und besonders bei Schnee empfehlen sich auch Spikes.

Nachpflege

Wenn ihr wieder zu hause angekommen seid, sollte auch die Reinigung Pflicht sein. Speziell, wenn ihr durch Matsch oder Salzwasser gefahren seid. Denn durch eventuelle Wärme fangen Materialien wie zum Beispiel die Hüllen der Züge an zu „schwitzen“ und das Salzwasser dringt in alle Ritzen. Alle Züge wie Schaltungs- oder Bremszüge solltet ihr nach jeder Schlammschlacht reinigen.

Grundsätzliches

Da sich feste Stoffe bei Wärme ausdehnen und bei Kälte zusammenziehen, ist es besser ein Fahrrad in kälteren Räumen stehen zu lassen, als sie aus der warmen Wohnung direkt zu Tour- oder Fahrtbeginn in die Kälte zu zerren und gleich voll zu belasten.

Da wir schon über den Wärme-Kälte-Effekt gesprochen haben: Diese Eigenart schlägt sich auch auf Öle und Flüssigkeiten aus. Also wäre es sinnvoll, wenn ihr Dämpfer entweder an das veränderte Verhalten anpasst (weicher stellen) oder wenn ihr in der kalten Jahreszeit auf Winteröle umsteigt.

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6 Antworten auf „Richtige Winterpflege für dein Fahrrad“

  1. @Marcela: Na ja…wie willst du dein Fahrrad trocken sauber machen? Irgendetwas Feuchtes wirst du immer brauchen. Wichtig ist nur das das Rad nachher trocken ist und kein Dampfstrahler verwendet wird. Vor allem die Stahlteile (wie Bremsscheiben), ansonsten fangen diese zu rosten an. Ansonsten kannst du uns gerne Tipps geben wie es besser geht. Wir freuen uns über jede Anregung.

  2. Es muss ja nicht gleich ein ganzer Eimer sein. Ich verwende gerne etwas Schierseife dazu. Und eine alte Zahnbürste tut auch ihren Dienst.

  3. Es tut zwar an den Fingern weh, aber es hilft ungemein: In der Kälte nur mit heißem Wasser und etwas Spüli die Reinigung vornehmen. Warum draußen: ist ja schon oben beschrieben. Warum heißes Wasser: das löst nicht nur Dreck und Salzkristalle gut ab, vor allem freiliegende und verdreckte Öle und Fette sind so besser zu entfernen, wie im vorherigen Beitrag am besten in Kombination mit der guten alten Zahnbürste. Zudem dampft das heiße Wasser schon selbst etwas ab und hinterher alles mit einem trockenen Lappen abreiben, voilá.
    Ich hab vor sechs Jahren schmerzlich lernen müssen, was Wintersalz so alles anrichten kann, besonders auch an Alu (Salzkorrosion). Durch regelmäßige Pflege -auch wenn sie unkonventionell erscheint- kann ich trotz täglicher Nutzung aber behaupten, auch im Winter fast nur den normalen Verschleiß zu verbuchen (Bremsbeläge und ähnliches werden natürlich stärker verbraucht).

    Zur Vorbereitung auf den Winter kann ich nur noch empfehlen, Bowdenzüge so weit wie möglich geschlossen zu verlegen. Keine Ahnung warum Hersteller bis heute immer wieder die Zugführungen mit unterbrechungen gestalten (bei Hydraulikleitungen muss es doch auch gehen), aber je geschlossener die Zugführung desto weniger Möglichkeiten für Feuchtigkeit in die Hüllen einzudringen. Ich persönlich fahr komplett geschlossen und hab keinerlei Probleme mit feuchten oder gar rostenden Schalt- oder Bremszügen. Zudem hab ich die Endkappen mit ein wenig Silikon oder Heißkleber auf die Außenhüllen geklebt, um die gedichteten Züge wirklich dicht zu gestalten – ergo: Ich muss die Züge nur aus den Hüllen holen, wenn sie zu sehr gedehnt sind, nachfetten oder ölen musste ich (zugegeben in vorgeschmierten Außenhüllen) schon lange nicht mehr (ich glaub mittlerweile 2 Jahre).

  4. Hier noch ein Tipp:
    Wer sein Fahrrad im Winter nicht wirklich regelmäßig nutzt sollte ggf. den Sattel abnehmen und an einem trockenen Ort lagern, damit er keine Stock- oder Schimmelflecken bekommt. Denn das kann im Winter in der Garage oder einem nicht optimal belüfteten Keller schnell mal passieren.

  5. ich verwende gerne heisses wasser ( wie jemand schon erwähnt hat ) weil es alles was man nicht braucht aufloest 😀 ich verwende auch gerne fahrrad lack und antirostsprays

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