Lagerspiel am Laufrad? Anleitung zum Einstellen des Lagerspiels

Natürlich gibt es hier keine einheitliche Vorgehensweise, da die Laufrad Hersteller unterschiedliche Naben verwenden. Wir beschäftigen uns heute mit der Einstellung von Mavic- und Campagnolo Fahrradnaben.

Einheitliches Vorgehen für alle Arten von Laufrädern
Zuerst befestigt ihr das Fahrrad in einem Montageständer. Dreht jetzt einfach das Laufrad und seht dabei genau hin, ob sich Felge und Speiche verformen oder ob tatsächlich Lagerspiel am Laufrad erkennbar ist. Bei allen Wartungsarbeiten an Naben und Laufräder sollte keine Gewalt angewandt werden! Immer mit Gefühl arbeiten und lieber die Anleitung nocheinmal durchlesen. Sollte etwas nicht ganz klar sein, schreibt uns eine kurze Mail damit wir die Montageanleitungen noch verständlicher schreiben können.

Einstellung an Mavic Laufrädern
Setzt das Mavic-Einstellwerkzeug so an, dass alle Stifte optimal in der Fahrradnabe greifen. Eine Drehung im Uhrzeigersinn bedeutet fester, eine Drehung gegen den Uhrzeigersinn bedeutet lockeren.

Manchmal wird nicht sofort eine Lockerung erkennbar. Mit einem leichten Schlag gegen die Stirnseite des Laufrades (nach Ausbau aus dem Montageständer) bringt sicher das gewüschnte Ergebnis. Anschließend alles wieder einspannen und erneut kontrollieren.

Einstellung an Campagnolo Laufrädern
Hier löst ihr erst die Kunststoffkappe ab – Vorsicht Kratzergefahr! Anschließend wird an der Fahrradnabe die Innensechskantschraube (meistens 5er oder 6er Inbusschlüssel) gelöst. Ihr könnt jetzt den Einstellring mit einem Gabelschlüssel (meistens ein 15er Konusschlüssel) drehen. Aber auch hier Achtung! Ein Widerstand ist hier nur schwer zu fühlen. Deswegen niemals mehr als max. 1/4 Umdrehung schrauben und dann erneut kontrollieren.

Passt alles, schraubt den Innensechskant wieder fest und prüft den Leichtlauf. Ist das Spiel der Nabe verschwunden ist alles Ok. Wenn nicht, die Schritte nochmal wiederholen.

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3 Antworten auf „Lagerspiel am Laufrad? Anleitung zum Einstellen des Lagerspiels“

  1. Hallo ,
    vielen Dank für die tollen Tipps. Ich hätte noch beim einstellen des Konus gewusst, wie stark muss ich anziehen. Zu leicht ist nichts, zu schwer ist nichts.

    Vielen Dank und freundliche Grüsse

    E. Heberle

    Kommentar von fahrradreparatur.net
    Die meisten empfehlen eine Drehmoment von 1-2 Nm. Am besten so stark anziehen, das der Konus gerade kein Spiel hat. Wenn noch ein wenig Spiel im Laufrad drin ist, einfach 1/4 Umdrehung fester anziehen.

  2. Hallo!
    Ich dreh den Konus nur leicht mit der Hand an die Kugeln, dann Konus und Gegenmutter gegeneinander festdrehen. Bei der Handdrehprobe der Achse will ich kein Spiel fühlen, aber auch kein Kugelgerubbel. Mit etwas Übung so 3 bis 5 mal nachstellen. So halten meine Konen viele Jahre und es läuft alles superleicht. Zu fest eingequetschte Kugeln machen aus der glatten Konuslaufbahn schnell einen holprigen Feldweg, denn Stahl ist kein Kontinuum, er besteht aus einzelnen Körnern und die brechen bei Überlast auch einzeln heraus.

  3. Eure Kommentare finde ich interessant und stimme ihnen im Prinzip zu, ABER! „Konus so einstellen, daß er gerade kein Spiel mehr hat“ ist relativ! Hat die Achse in der Hand gerade kein Spiel mehr, so kann sie aber im eingebauten Zustand über die Querdruckkontrolle an der Felge noch minimal spielen. Was ist damit? Weiter anziehen oder lassen???
    Grüße von CePe

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