Ist mein Fahrrad verkehrstüchtig?

Die Gesetzeslage ist eindeutig. Wer sein Fahrrad im Straßenverkehr nutzen will, muss es mit vorgeschriebenen Merkmalen ausstatten. Zuerst muss das Rad mit zwei voneinander unabhängigen Bremsen ausgestattet sein. Ob es sich dabei um zwei Handbremsen oder eine Handbremse und eine Rücktrittbremse handelt, ist dem Besitzer des Rades freigestellt. Weiterhin muss auch die Beleuchtung des Rades vollständig sein, auch wenn man am Tage fährt.

Die aktive Beleuchtung umfasst eine weiße Lampe vorne und eine rote hinten. Beide Lampen müssen von einem Dynamo gespeist werden. Eine von einer Batterie gespeiste Lampe ist nur zusätzlich gestattet. Auch wenn es nicht vorgeschrieben ist, wäre es bei Nachtfahrten von Vorteil, wenn die Lampen zusätzlich mit einem Akku versehen sind, der über den Dynamo aufgeladen werden kann. Auf diese Weise ist gewährleistet, dass die Beleuchtung auch an Kreuzungen für Sichtbarkeit und damit Sicherheit sorgt. Neben den elektrischen Lampen müssen auch Reflektoren vorhanden sein. Ein weißer an der Vorderseite des Rades, ein roter Reflektor an der Rückseite sowie vier gelbe Reflektoren in den beiden Rädern, die zur Seite hin reflektieren können. Zusätzlich sind auch je zwei gelbe Reflektoren an den Pedalen vorgeschrieben. Die Reflektoren in den Speichen können auch durch einen durchgehenden reflektierenden Streifen auf der Bereifung ersetzt werden. Als letzte gesetzliche Vorschrift ist auf die Rutschfestigkeit der Pedale zu achten.

Um die Sicherheit eines Rades zu überprüfen, sollten aber mehr Kriterien in Betracht gezogen werden. Meist hat man ja ein Rad gekauft, das diesen Bestimmungen auf den ersten Blick entspricht. Wird aber zum Beispiel nach der Winterpause die erste große Fahrt geplant, kann die Sicherheit des Fahrzeuges unter der langen Stilllegung gelitten haben. Eine ausgiebige Fahrradprüfung sollte daher vor der ersten Fahrt im Frühjahr erfolgen. Recht einfach ist die Überprüfung der Handbremsen. Jede Bremse allein sollte so kräftig angezogen werden können, dass das Rad stehen bleibt, wenn man daran zieht. Dabei sollte der Bremshebel aber nicht bis zum Lenker gezogen werden. Ein Spielraum von ein bis zwei Zentimetern sollte mindestens vorhanden sein. Auch ist es ratsam, die Bremsbeläge selbst einmal genau anzuschauen. Sind sie schon sehr abgenutzt, wäre ein Wechsel von Vorteil. Besonders nach einem Wechsel der Bremsbacken kann es vorkommen, dass einige Teile am Rad schleifen. Wenn man das Fahrrad anhebt, kann man den Reifen im Leerlauf drehen. Treten keine Schleifgeräusche auf, ist alles in Ordnung.

Danach ist die Beleuchtung an der Reihe. Leuchten auch wirklich alle Lampen? Um dies zu überprüfen, holt man sich am besten Hilfe. So kann eine Person an dem Rad drehen, an dem der Dynamo befestigt ist, die andere Person kann in der Zeit schauen, ob beide Lampen auch leuchten. Zusätzlich sollte man alle Kabelverbindungen auf Brüche oder Knicke hin untersuchen. Hier kann kurzfristig ein Ausfall der Leuchten verursacht werden. Die Reflektoren müssen im Grunde nur auf ihre Vollständigkeit hin überprüft werden. Jedoch sollte hier auf Sauberkeit geachtet werden, damit die lichtreflektierende Wirkung auch gewährleistet ist.

Um auf der Straße sicher unterwegs zu sein, müssen aber auch die Reifen in einem guten Zustand sein. Gerade nach der Winterpause ist der Reifendruck häufig zu niedrig. Dies kann in Kurven und bei Ausweichmanövern zu einer verminderten Kontrolle des Rades führen. Der Mantel und der Luftschlauch sollten daher genau unter die Lupe genommen werden. Das Material darf nicht spröde oder alt sein, da der Reifen sonst zu schnell an Luft verliert. Auch ein gutes Profil sollte vorhanden sein. Auch wenn dies nicht vorgeschrieben ist, dient es doch der Sicherheit des Radfahrers. Zuletzt sollte auch der Sitz der Speichen überprüft werden. Sitzt eine locker, kann dies zu einer Verformung des Rades führen. Müssen viele Speichen nachjustiert werden, empfiehlt es sich, die Speichen nicht der Reihe nach, sondern stets überkreuz festzuziehen. Auch alle anderen Schrauben und Verbindungen am Rad sollten festsitzen und nicht wackeln. Bei älteren Rädern sind auch der Rahmen und die Lenkstange eine mögliche Gefahrenquelle. Hier sollte auf auffällige Roststellen oder Risse geachtet werden, damit das Rad nicht während der Fahrt auseinanderbricht.

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