Fahrradreifen wechseln Anleitung & Tipps
Bei jeder kleinen, oder großen Radtour kann es passieren, dass der Fahrradreifen gewechselt werden muss. Um möglichst gut auf solche Situationen vorbereitet zu sein, wenn mal keine Werkstatt in der Nähe ist, erfahren Sie hier in einer kurzen Anleitung die Vorgehensweise eines Fahrradreifenwechsels.
Zuerst muss das zu wechselnde Laufrad abmontiert werden, um so sinnvoll mit dem Laufrad arbeiten zu können. Handelt es sich bei dem Fahrrad um eines mit Schnellspannverschluss, so ist die Demontage schnell erledigt. Liegt ein Nabelverschluss vor, muss dieser erst komplett entfernt werden. Ist das Rad noch zusätzlich mit Schrauben befestigt, so wird meist ein Schraubenschlüssel der Größe 15 benötigt, um diese zu entfernen. Generell ist es bei Fahrrädern und deren Zubehör ratsam, Produkte erst nach einem Preisvergleich zu kaufen, da Preise Saisonal bedingt schwanken können. Gerade im Herbst sind die meisten Modelle deutlich reduziert.
Bevor es nun letztlich an das Fahrradreifen wechseln geht, muss vorher noch die komplette Luft aus dem Fahrradreifen gelassen werden. Nun drückt man den Fahrradreifen von der die Felge, um besser mit einem sogenannten Reifenheber unterhalb des Reifens zu gelangen und diesen dann über die Felge hebeln zu können. Dazu nimmt man einen zweiten Reifenheber und setzt diesen genauso an, während der erste in fester Position gehalten wird. Sollte solch ein Reifenheber nicht vorhanden sein, kann jeder flache Gegenstand hierzu genutzt werden, man sollte jedoch darauf achten, nichts zu benutzen, was den Fahrradschlauch beschädigen könnte.
Anschließend hebt man den Fahrradreifen über die Felge des Laufrads und untersucht diesen auf Fremdkörper, die gegebenenfalls entfernt werden müssen. Weiterhin muss auch das Felgenband kontrolliert werden. Ist dieses nicht mehr in seiner richtigen Position, oder beschädigt, so muss es zurechtgerückt oder komplett ausgetauscht werden. Der Fahrradschlauch wird ebenfalls auf Beschädigungen untersucht und bei Bedarf geflickt oder ausgetauscht. Eine Anleitung liegt dem üblichen Flickwerkzeug bei.
Um nun den Fahrradreifen wieder zu montieren, muss der Fahrradschlauch leicht aufgepumpt und auf die Felge gezogen werden (evtl. muss die Laufrichtung des Schlauches beachtet werden). Das Ventil wandert durch die vorgesehene Öffnung und wird befestigt. Zu guter Letzt muss noch der Mantel über den Schlauch gezogen werden, damit dieser fest auf der Felge aufliegt. Hierzu wird etwas Kraftaufwand nötig sein. Ein wenig leichter wird das Überziehen durch Kneten des Mantels und Verwendung des Montierhebels.
Befindet sich nun der Schlauch komplett im Mantel, kann dieser weiter aufgepumpt werden. Man sollte dabei immer beachten, wie sich der Schlauch im Mantel positioniert. Ist der Schlauch wieder voll aufgepumpt, kann das Rad nun wieder befestigt werden.
Das war es auch schon, nun steht einer Radtour im Freien nichts mehr im Wege, man tut seiner Gesundheit etwas Gutes und kann bei Bedarf den Weg zu einer Werkstatt vermeiden! Fahrradreifen wechseln kann wirklich jeder, auch wenn es sich in dieser Beschreibung etwas komppiziert anhört. Wenn ihr zum Thema “Fahrradreifen wechseln” Tipps habt, lasst es uns wissen.
Hat der Schlauch ein “französiches” Ventil, kann man den Schlauch ganz wenig aufgepumt zuerst in den Mantel legen, dann das Ventil des Schlauchs zusanmmen mit dem Mantel durch das Ventiloch in der Felge stecken und vom Ventil aus alles in die Felge schieben. Der Draht des Reifens muß möglichst in der Mitte der Felge sein, da hier der Durchmesser der Felge kleiner ist, dann bekommt man den Schlauch meist ohne Werkzeug in die Felge. Gegebenfalls muß man wieder etwas Luft herauslassen, um das letzte Stück über die Felge zu bekommen.
Bei einem Schlauch, der ein Ventil mit einer Überwurfmutter hat, muß das Ventil zuerst durch das Felgenloch und dann ganz wenig aufgepumpt werden. Dann eine Seite des Mantels über den Schlauch beim Ventil in die Felge legen und diese eine Seite des Schlauchs über die ganze Felge ziehen. Dabei ist es wie oben erwähnt wichtig, dass der Draht der Felge in der Mitte der Felge ist, sonst bekommt man den Rest des Mantels nur mit viel Kraft und Reifenhebern über die Felge. Man kann auch zuerst die eine Seite des Mantels in die Felge legen, den Schlauch leicht aufpumpen und dann das Ventil durch die Felge schieben. Wenn die zweite Seite des Mantels mit aufgepumtem Schlauch nicht über die Felge geht, dann etwas Luft wieder herauslassen. Nur bei ganz neuen Reifen benütze ich Reifenheber, insbesondere bei unplattbaren Reifen. Bei der Demontage benütze ich Reifenheber nur dann, wenn ich ohne diese den Mantel nicht über die Felge bekomme. Zur Montage oder Demontage unplattbarer Reifen wird man meist Reifenheber benötigen. Unplattbare Reifen sind wegen der Schutzeinlage steifer.
LEBENSWICHTIG:
DIE SEITEN DES MANTELS MIT GLEITMITTEL EINREIBEN, BEVOR MAN DEN MANTEL IN DIE FELGE HEBT!! Das Gleitmittel kann etwas Seife mit Wasser sein oder man kauft sich Gleitmittel im Fahrradfachgeschäft. Das Gleitmittel bewirkt, dass die Seiten des Mantels an der Innenseite der Felge gleiten können und sich so zentrieren, wenn fester aufgepumt wird. Wenn dieses Gleiten nicht geschieht, dann kommt es vor, dass der Mantel einen Höhen- oder Seitenschlag hat, weil er sich nicht zentriert hat und sogar an der Stelle, wo er nicht tief genug unter dem Felgenrand sitz, dort vom stark aufgepumten Schauch herausgedrückt wird. Dann platzt der Schlauch und der Mantel spring sofort von der Felge ab. Währen einer schnellen Fahrt und in einer Kurve würde man stürzen, mit allen Konsequenzen. Mir ist das passiert, glücklicherweise bei langsamer Geradeausfahrt, ohne Sturz.
Wenn der Mantel montiert ist pumpe ich ca. 20 bis 30 Schläge mit der Handpumpe auf und rotiere das Rad, um zu sehen, ob der Mantel EXAKT RUND läuft. Läuft er nicht WIRKLICH GANZ EXAKT RUND, das heißt, VÖLLIG OHNE SEITEN- oder HÖHENSCHLAG, dann muß der Mantel UNBEDINGT WIEDER DEMONIERT WERDEN und noch mehr Gleitmittel an den Seiten des Mantels aufgebracht werden. Ein schlagender Mantel, der ohne Gleitmittel montiert wurde zentriert sich auch voll aufgepumpt NICHT.
Nicht unter dem angegebenen Mindestdruck aufpumpen! Die Walkarbeit bricht sonst die Seiten des Mantels auf. Das insbesondere bei Unplattbaren – die steife Einlage würde ihn von innen her allmählich ‘durchschneiden’.