BMX – BMX Fahrrad

Als BMX bezeichnet man eine aus den USA kommende Sportart, die vor gut 40 Jahren populär wurde. BMX steht für die Abkürzung „Bicycle MotoCross“.

Warum heißt es dann aber nicht BMC? Das englische Wort „cross“, was so viel wie „Kreuz“ bedeutet, wird an Stelle des ganzen Wortes vereinfacht als ein „X“ gebraucht. „cross“  (als Verb bedeutet es auch „durchkreuzen“, „durchqueren“) ist für diese Sportart auch das richtige Wort, denn praktisch als Vorläufer des Mountainbikes war es vor allem für den Gebrauch im unwegsamen Gelände gedacht. Im Gegensatz zu den schon damals üblichen Straßenradrennen geht es bei den BMX-Rennen zwar auch um Schnelligkeit, jedoch besteht die ungefähr 400 Meter lange Rennstrecke aus einem Parcours voller Hindernissen und Hügeln mitten im unbefestigten Gelände. Die Sportart BMX steht aber nicht nur das schnelle Bestreiten eines solchen Parcours, mittlerweile steht es mehr für Stunts und Kunststücke, wobei es um die Geschicklichkeit geht.

Das BMX Fahrrad entstand damals, als Kinder in den USA sich für MotoCross begeisterten und deren Sprünge und akrobatischen Leistungen imitieren wollten. Auch modifizierten sie ihre Fahrräder und tauschten ihre Lenker durch richtige Motorradlenker aus und verpassten ihren Fahrrädern breitere Reifen. Trotzdem kamen sie mit ihren damals üblichen Bonanza-Fahrrädern schnell an die Grenzen.  Von daher entwickelte man Fahrräder für Kinder und Jugendliche, die sich den harten Einsatz im Gelände und Sprünge über Erdhügel stand hielten, ohne dass dabei der Rahmen und die Reifen leiden.

Das Interesse am BMX Fahrrad ist auch heute der Jugend und sogar vielen Erwachsenen erhalten geblieben. Zwar werden weniger Rennen gefahren, aber die Begeisterung für Freestyle ist nicht zu bremsen. Statt um Geschwindigkeit geht es hier mehr um Mut, Geschicklichkeit, Halten der Balance und um eine gute Beherrschung des Körpers, was für das Ausführen der wahnwitzigsten Tricks erforderlich sind. Meter hohe Sprünge und Drehungen in der Luft, vollständige Drehungen um den Lenker herum oder des Lenkers selbst während der Fahrt, Salto vorwärts und Salto rückwärts, Sprünge auf Hindernisse und Sprünge von diesen sind mit einem modernen BMX Fahrrad kein Problem, vorausgesetzt, man hat genug Übung und Adrenalin im Blut.

Das moderne BMX Fahrrad hat sowohl an dem Vorderrad als auch an dem  Hinterrad eine Achsenverlängerung, den sogenannten Pegs. Mit diesen Pegs lässt es sich gut „grinden“. Kunststücke dieser Art heißen „Grinds“, bei denen meisten die Pegs über beliebige Objekte aus dem Verkehrsalltag geschliffen werden.  Wer diese Künste beherrscht, fährt zum Beispiel eine Mauer (die von einer Treppe hinab geht) so hinunter, dass der Vorderreifen auf der Mauer ist, jedoch der Hinterreifen liegt nur auf dem Peg auf und wird hinterher geschliffen. Als weitere Objekte zum „Grinden“ verwendet man unter anderem noch Geländer von Treppen und Stangen, also Gegenstände, die auch Skateboarder für ihre Tricks gebrauchen.

Die Laufräder eines BMX Rad

Ein BMX Fahrrad ist in der Größe von 20 Zoll üblich. Die sogenannten BMX Cruisers haben statt einem 20 Zoll Laufrad eine Größe von 24 Zoll, dabei sind aber auch der Rahmen größer. Wegen des hohen Radabstands sind sie nicht mehr so agil und sind daher für den Freestyle Bereich weniger geeignet. Trotzdem erfreuen sie sich bei nicht mehr Jugendlichen, aber dennoch jung gebliebenen und BMX begeisterten Erwachsenen großer Beliebtheit, da sie mit diesen BMX Cruisern bei Races noch in einer eigenen Klasse teilnehmen können. Wegen der hohen Beanspruchung sind die Felgen der Laufräder aus Aluminium und für den Schutz gegen Rost und Abrieb wird das Aluminium zuvor meist noch einem Eloxal-Verfahren unterzogen, wodurch auf dem Aluminium eine besondere Schutzschicht entsteht. Um die Felgen noch besser vor Verwindungen und vor Speichenbrüchen zu schützen, haben viele Aluminium Felgen innen drin Hohlkammern, die die Felge noch stabiler machen. Damit sind diese Hohlkammerfelgen trotz des weicheren Aluminiums immer noch erheblich widerstandsfähiger als Stahlfelgen, wobei das Gewicht gleich ist. Für den Einsatz im Freestyle Bereich sind 36 oder 48 Stahlspeichen gängig, die drei bis vierfach gekreuzt sind. Um Gewicht zu sparen, werden auf BMX Rädern für die Vorderräder meist nur 36 Speichen gebraucht. Auf das BMX Fahrrad wirken durch Sprünge enorme Kräfte ein, von daher müssen die Naben der BMX Laufräder unheimlich stabil und gut verarbeitet sein. Die Achse, die durch die Nabe läuft, ist bei manchen auch perforiert, womit auch wieder Gewicht gespart wird. Außerdem gibt es die Achse in zwei verschiedenen Dicken: in Ausführungen von 10 mm und von 14 mm. Je dicker die Achse, desto mehr hält sie stand. Vor allem für BMX Fahrädern, mit denen die BMX Fahrer ordentlich „Grinden“ wollen, sind 14 mm dicke Achsen sinnvoll, da beim Grinden durch die Pegs höhere Kräfte auf die Achse wirken.  Gewöhnliche Naben drehen sich beim rückwärts Fahren mit, was aber für einige Tricks hinderlich ist. Diesen Effekt schalten die für den BMX Einsatz entwickelten Freecoaster Naben aus, Rückwärtsfahrten sind damit möglich, ohne dass die Pedalen mit nach hinten getreten werden müssen.

Der Antrieb eines BMX Bikes

BMX Fahrräder sind dafür bekannt, dass sie nur einen Gang haben. Von daher befindet sich hinten nur eine Ritzel und vorne nur ein Kettenblatt. Die Anzahl der jeweiligen Zähne steht wegen der Übersetzung immer in enger Relation. Deswegen sollte man sich für den Antrieb genau überlegen, welche Übersetzung man braucht. Die Übersetzung ist eine Zahl, die angibt, wie oft das Hinterrad bei einer Kurbelbewegung vorne gedreht wird. Bei der Übersetzung setzt man die Anzahl der Zähne des Kettenblatts mit der Anzahl der Zähne der Ritzel ins Verhältnis.  Mit einer leichten und geringeren Übersetzung beschleunigt man schneller, jedoch erreicht man damit keine hohen Geschwindigkeiten. Um eine hohe Geschwindigkeit erreichen zu wollen, braucht man eine schwere und höhere Übersetzung, was aber für das Anfahren mehr Kraft erfordert.  Die richtige Übersetzung muss also immer abhängig vom Einsatzzweck gewählt werden. Für den Antrieb selbst verwendete man lange Zeit Pedalen aus Metall, doch mittlerweile ist man hauptsächlich auf Pedalen aus Plastik umgestiegen, da diese leichter und preisgünstiger sind, aber trotzdem genauso robust sind. Die häufigste Form für BMX Pedale sind die Plattformpedalen, für Rennen werden aber immer noch die Käfigpedale gebraucht.

Der Rahmen eines BMX Rad

BMX Rahmen müssen wegen den hohen Belastungen sehr gut verarbeitet sein. Abhängig vom Einsatz werden die BMX Rahmen aus zwei unterschiedlichen Materialien gefertigt: Für Rennen werden wegen des geringeren Gewichts Aluminium Rahmen verwendet, im Flatland oder Freestyle Bereich greift man aber meist auf die Stahllegierung 4130 CrMo zurück, da sie stabiler ist. Da diese jedoch auch schwerer ist, muss man mit der Handhabung eines solchen Rahmens etwas Übung im Freestyle Bereich haben.

Die Bremsen eines BMX Fahrrad

Technisch ist ja das BMX Fahrrad sehr einfach gehalten. Ganz anders sieht es hier dann schon mit der Bremse aus, da vor allem im Freestyle Bereich keine herum schwirrenden Bowdenzüge für die perfekten Drehungen stören dürfen. Sofern vorhanden, sind die Bremsen am ganzen BMX Fahrrad wohl das Komplizierteste von allem. Generell gesagt, greifen BMX Fahrräder am häufigsten noch auf die U-Brakes als Bremssystem zurück. Einerseits ist deren Bremsleistung nicht überaus überragend, andererseits lässt sich deren Dosierung ganz gut abstimmen. Außerdem liegen die U-Brakes relativ nah am Rahmen an. Wie schafft man es aber beim BMX Fahrrad, dass der Lenker sich ohne Probleme um 360 Grad drehen lässt? Hierzu wurde speziell für BMX Fahrräder eine Technik entwickelt, die nur bei ihnen eingesetzt wird. Falls eine Bremse am Vorderrad vorhanden ist, wird das Bremsseil dafür durch Steuerrohr direkt geführt und geht dann von der Gabel herauskommend zur Bremse hin. Für die Bremse hinten ist es schon komplizierter. Nach dem Bremshebel für die Bremse hinten teilt sich das Bremsseil in zwei Kabel. Diese führen zum Steuersatz, wo sich eine spezielle Kopplung, einem sogenannten „Rotor“, für die Bremsseile befindet. Dieser Rotor macht es möglich, dass man den Lenker ebenfalls um 360 Grad drehen kann, ohne dass sich die Bremsseile dabei irgendwie verheddern.

Laut Straßenverkehrsordnung sind nur Fahrräder verkehrstauglich, wenn sie zwei Bremsen haben, die unabhängig voneinander arbeiten und über direkte und indirekte Beleuchtung in alle Richtungen (wie Reflektoren an den Felgen, Pedalen und Front- und Rückstrahler) verfügen. Dass das BMX Fahrrad diesen Anforderungen nicht entspricht, ist klar. Von daher sollten Sie als Eltern darauf achten, in welchem Bereich Ihr Kind ein BMX Fahrrad fährt, ohne dass es sich damit durch andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr bringt.

Schrauber Tipps – Facebook Community

Lass dir direkt helfen - stelle Deine Frage in der Facebook Community und erhalte schneller Hilfe. Lade Fotos und Beschreibungen hoch, dann können wir dir beim Schrauben schneller helfen. Oder schreib uns eine Email: fahrradreparaturNET@groups.facebook.com
Stelle jetzt deine Frage